Der Geist beherrscht den KörperHollywood liebt Kung Fu und Co. In den letzten Jahren befassen sich immer wieder Regisseure mit diesem komplexen Thema. Für verschiedene, groß inszenierte Martial-Arts-Projekte werden nicht selten Choreografen und Berater aus China oder Japan extra nach Hollywood eingeflogen, um den Filmen ausreichend Authentizität zu verschaffen. Mit dem Kampfkunst-Epos "Tiger and Dragon" setzte Regisseur Ang Lee neue Maßstäbe hinsichtlich der Ästhetik in Actionszenen. Material-Art-Filme stellen eine fernöstliche Variante der Actionfilme dar und erleben derzeit einen neuen Aufschwung. Aber bitte beachten Sie, dass es einen Unterschied zwischen Kampfkunst und Kampfsport gibt! Kampfsport wird unter Wettkampfbedingungen betrieben. In einem reglementierten Umfeld gelten feste Regeln und Techniken. Das Ziel ist das Gewinnen dieser Wettkämpfe aus sportlicher Sicht. Kampfkunst dagegen scheint viel mehr zu sein. Auch hier finden wir primär die körperliche Auseinandersetzung mit einem Gegner. Jedoch spielen rituelle und spirituelle Praktiken eine entscheidende Rolle. Die Selbstfindung und Selbsterkennung steht neben der Funktion der Selbstverteidigung im Vordergrund. ![]() Viele Kampfkunststile haben einen kulturellen Bezug zu einer Region oder Tradition. Wushu und Kung Fu finden ihren Ursprung in China und gehen auf die alte Tradition der Shaolin-Mönche zurück. Es gibt nur wenige schriftliche Aufzeichnungen über die Entstehungsgeschichte der Kampfkunst in China. China gilt jedoch als Ursprungsland asiatischer Kampfkunst, wobei indische Einflüsse nicht zu widerlegen sind. Viele Mythen und Legenden sind im Laufe der Jahrhunderte entstanden. Empirisch dargelegt ist jedoch, dass die indischen Mönche in dem Kloster auf dem Berg Shaoshi einen eigenen Kampfkunststil kreierten. Bereits 527 lehrte der indische Mönch Bodhidharma die Grundlagen der Kampfkunst im Shaolin-Tempel. Das Kloster gilt außerdem als die Geburtsstätte des Chan-Buddhismus`. Somit ist Kung Fu ein Bestandteil des buddhistischen Glaubens. Dies wiederum zeigt sehr deutlich den Zusammenhang zwischen Kampfkunst und Meditation. Alles Fernöstliche übt auf uns eine Faszination aus. Da scheinen wir etwas Geheimnisvolles, Tiefgründiges zu spüren, das nicht so leicht zu erklären ist. Der Schauspieler Bruce Lee (1940-1973) gilt weltweit als größter Kampfkünstler des 20. Jahrhunderts. Lee`s Vater übte den traditionellen Kampfkunststil Taijiquan aus. Taijiquan oder auch Schattenboxen führt, wie kaum ein anderer Stil, zu Meditation und Entspannung. Weit über bloße Selbstverteidigung hinaus, gilt Taijiquan als ein Bestandteil der Bewegungslehre und der Gymnastik. Dem jungen Bruce Lee waren die Bewegungen des Taijiquan zu langsam und so entwickelte er einen eigenen Stil in Anlehnung an Kung Fu. Die von ihm erschaffene Kampfchoreografie ist in die Filmgeschichte eingegangen. Aus China stammt ein weiterer, faszinierender Kampfkunststil - WingChun. Dieser für ältere, schwächere Meister des Kampfkunstes entwickelte Bewegungsablauf, besticht durch die Maximierung aller Techniken auf eine bestimmte Wirkung. Mit kleinen, kurzen Bewegungen und wenig Muskelkraft können Angriffe abgewehrt werden. Ein WingChu-Meister schafft acht bis zehn Schläge in einer Sekunde. Diese erstaunliche Schnelligkeit beruht auf einer hohen Elastizität des Bewegungsapparates, sowie auf der Kombination von Streckbewegungen und Gewichtsverlagerungen. Kampfkunst steht sowohl für den Kampf der Unterdrückten, als auch für Selbstfindung und Entspannung. Der Geist und die innere Gelassenheit stehen hierbei im Vordergrund. Lernen Sie eine Stilart aus diesem vielfältigen Bereich und nicht nur Ihr Körper, auch Ihre Seele wird Ihnen dies in unserer hektischen Zeit danken! |